Ausstellung

step-2-1
29. Juni – 14. Juli
Händel-Haus

geöffnet Dienstags bis Sonntags 10 – 18 Uhr

in der Musikinstrumenten-Ausstellung
The Ways Things May Go

im Romanisches Gewölbe
Klanginstallationen
Annie Goh: »Speculum Rotarius (Electric Ghosts)« und
Constantin Engelmann: »Sinuosity«

im Foyer
Workstation
Soundsynthese-Tablets und
Kiosk der Accademia Nazionale di Santa Cecilia

 
 
28. Juni ’13 Freitag 17 Uhr

VERNISSAGE

Fotos: Marcus Andreas Mohr

Zur Eröffnung der Sonderausstellung anlässlich des ADDICTED2RANDOM Festivals sprachen: Clemens Birnbaum (Direktor der Stiftung Händel-Haus), Alberto de Campo (Lehrstuhl Generative Kunst/Computational Arts, Universität der Künste Berlin) und Helen Hahmann (Festivalkoordinatorin, Radio CORAX).

Anlässlich der Eröffnung wurde einmalig die Skulptur “Untitled (desideri)” von Elisa Storelli gezeigt und Dominik Hildebrand Marques Lopes setzte sein Performance-Instrument RABOTA in Bewegung und Klang. Musik spielte das Live-Coding Ensemble “Republic111″.

Zum Eröffnungsrundgang durch die Ausstellung luden ein: Christiane Barth, Kustodin der Musikinstrumentensammlung der Stiftung Händel-Haus, und die Künstler_innen der Ausstellung “The Ways Things May Go”.

REPUBLIC111
Live-Coding Ensemble


RABOTA
Dominik Hildebrand Marques Lopes
Versuchsapparatur und Performanceinstument

Rabota_mittel

Dominik Hildebrand Marques Lopes wurde 1980 in Karlsruhe geboren. 2010 schloss er das Studium zum Dipl. Ton- und Bildingenieur an der RSH Düsseldorf (Institut für Musik und Medien) und der FH Düsseldorf ab. Seit 2009 studiert er Kunst und Medien an der UdK Berlin. Seit 2012 Absolvent und momentan Meisterschüler bei Alberto de Campo.

Gespräch mit Dominik Hildebrand Marques Lopes von der Universität der Künste Berlin über die Ausstellung “The Ways Things May Go” (27.06.2013):


UNTITLED (DESIDERI)
Elisa Storelli
Skulptur

untitled (desideri)
 
 
 

THE WAYS THINGS MAY GO

Die Ausstellung ergründet den zufälligen Moment künstlerischer Interaktion: »The Ways Things May Go« bietet Besucher_innen des Händel-Hauses zwei Wochen lang die Möglichkeit das Spektrum zwischen Klang- und Objektkunst und traditionellen Musikinstrumenten zu erleben. Die Ausstellung „The Ways Things May Go“ ist ein Netzwerkprojekt der Klassen von Alberto de Campo „Generative Art / Computational Art“ der Universität der Künste Berlin, Hannes Hoelzl von der Hochschule für Künste Bremen, Julian Rohrhuber vom Institut für Musik und Medien Düsseldorf sowie der Klasse Digitale Kunst der Universität für angewandte Künste in Wien.

Die Objekte sind durch ein Netzwerk virtuell miteinander verbunden. »The Ways Things May Go« wird zum temporären Bestandteil der Dauerausstellung von Musikinstrumenten des Händel-Hauses und initiiert damit einen Dialog über die Parameter von Musikinstrumenten. Die Objekte können im Rahmen der Sonderausstellung als autogenerativ klangerzeugende Musikinstrumente interpretiert werden und bilden damit einen sichtbaren Kontrast zu den in der Ausstellung sichtbaren akustischen Instrumenten wie Violine, Cembalo oder Barockorgel.

Alberto de Campo, Sascha Hanse und Tobias Purfuerst im Gespräch mit Helen Hahmann von Radio CORAX über generative Kunst, computational arts und die Ausstellung “The Ways Things May Go”.

“The Ways Things May Go” im Händel-Haus Halle:

Gespräch mit Sascha Hanse von der Universität der Künste Berlin über die Ausstellung “The Ways Things May Go” (27.06.2013):

Gespräch mit Hannes Hoelzl, Lektor für Klang in Digitalen Medien an der Hochschule der Künste Bremen (28.06.2013):


 
 
 

KLANGINSTALLATIONEN

Annie Goh: SPECULUM ROTARIUS (ELECTRIC GHOSTS)

Die Installation speculum rotarius (electronic ghosts) verwendet eine Sprachsynthesemethode, ähnlich jener des Software-Designers Stefan Bion. Die Installation bietet einer spirituellen Entität, d.h. einem spirituellem Zentrum, „auditive Hilfe“ in Form von rohen, 10 bis 45ms langen Sprach-Schnipseln an. Die Schnipsel werden nach einem Pseudo-Zufallsprinzip abgespielt. Laut Theorie kann die Entität Einfluss auf das Zufallsprinzip ausüben und dadurch Worte formen, um mit lebenden Wesen zu kommunizieren. Die Kommunikationsmöglichkeiten der Entität werden durch Samples von Michael Jackson verstärkt. Eventuell können Besucher_innen der Ausstellung die Worte oder Botschaften der Entität wahrnehmen.

Annie

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Goh wurde 1984 in Birmingham geboren und lebt seit 2008 in Berlin. Ihre künstlerischen Arbeiten umfassen Installationen, Kompositionen und Performances. 2010 schloss sie den Masterstudiengang “Sound Studies” an der Universität der Künste in Berlin ab und forscht derzeit im Bereich generative Kunst am Lehrstuhl von Alberto de Campo. Annie arbeitet außerdem am Villém-Flusser-Archive.

Constantin Engelmann: SINUOSITY

„Sinuosity“ ist ein kybernetisches System, das sich selbstständig in Oszillation versetzt und fortwährend moduliert. Das im Kreis verschaltete System strebt nach einem Zustand der Balance. Es wird jedoch stetig durch äußere Einflüsse instabilisiert. Vier freischwingende Saiten werden dabei in Selbstoszillation versetzt und anschließend unter Strom gesetzt. Die Tonhöhe einer Saite bedingt die Strommenge und damit die Schwingung der nächsten. Der Klang einer Saite wird durch eine Konstruktion akustisch verstärkt. Eine Platte dient zusammen mit der Wand als Resonanzkörper. Äußere Faktoren wie Raumtemperatur und Feedback erweitern den einfachen Grundaufbau zu einem komplexen System.


 
 
 

WORKSTATIONS

SOUNDSYNTHESE-TABLETS

Für Besucher_innen der Sonderausstellung anlässlich des ADDICTED2RANDOM (A2R) Festivals stehen zwei Tablet-Computer zur Verfügung. Auf den Tablets sind mehrere Soundsynthese Programme aufgespielt, an denen sich nachvollziehen lässt, wie Musik durch Computer produziert und auf welch vielfältige Arten sie durch Steuerungsbefehle moduliert werden kann.
Programmierung: Alexander Jentz

KIOSK der Accademia Nazionale di Santa Cecilia (Rom)
vom 10. bis 14. Juli 2013

Audio-Schnipsel von klassischen Musikstücken werden am Kiosk der Accademia Nazionale di Santa Cecilia aus Rom dank eines Computerprogramms künstlerisch moduliert. Das Programm transformiert den semantischen Inhalt der Kompositionen in rohes Klangmaterial. Dieses neue Material können die Besucher_innen mit Hilfe der Software neu kombinieren und dadurch mit neuer Bedeutung besetzen.
Programmierung: Luciano Ciamarone